Restglühen

Schauspiel von Petra Wüllenweber
Theater für Niedersachsen (UA 2015)

Regie: Petra Wüllenweber
Ausstattung: Susanne Ellinghaus

Es spielen: Simone Mende, Martin Molitor, Gotthard Hauschild, Julia Gebhardt, Thomas Strecker, Michaela Allendorf

Fotos: Andreas Hartmann

 

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TEXTAUSZUG aus Restglühen

BILLZIGER:
The point of no return. Es war auf der Autobahn. Ich kam von einem späten Geschäftstermin, fuhr nach Hause. Mein Rücken tat entsetzlich weh. Am Abend zuvor hatte es zu Hause wieder Streit gegeben. Aber diesmal hatte meine Frau gesagt, dass sie mich verlässt, wenn ich nicht … Ich musste was tun. Plötzlich war der Gedanke da. Warum ziehst du nicht rüber? Einfach das Steuer rüber ziehen. Bei 200 km/h an den Brückenpfeiler. Dann ist Ruhe. Ist für alle Ruhe. Die nächste Brücke kam. Ein plötzlicher Ruck – ein kurzes Schleudern – der Brückenpfeiler – es würde aussehen wie ein Unfall. Ich erhöhte die Geschwindigkeit auf 230 km/h. Jetzt war es so weit. Ich raste auf ihn zu: The point of no return. Das Steuer rumreißen und –

 

PRESSE

Wenn nichts mehr geht – Wüllenweber hat nicht nur gut recherchiert, sie weiß auch, wie Theater funktionieren muss, um den Zuschauer zu erreichen. Abwechslung im monotonen Seminaralltag ist angesagt: Intelligente, informative Texte werden regelmäßig von Sprachwitz unterbrochen. Die Autorin präsentiert ihr Stück textlich wohl durchdacht und zielorientiert geschrieben. (…) Wenn man ein Stück danach bemisst, ob es berührt, dann hat Wüllenweber alles richtig gemacht. Jeder wird sich irgendwie und -wo wiedererkennen: sei es im Streben nach Perfektion, Selbstverwirklichung, Karriere oder danach, um jeden Preis geliebt zu werden. Das Stück bietet Gesprächsstoff und Anlass zur Selbsterforschung. Dem Uraufführungspublikum gefällt‘s: Es wird gern gelacht und lange applaudiert. (Hildesheimer Allgemeine Zeitung)

Eine Therapie für das Publikum – Wüllenwebers Stück überrascht durch eine Charaktertiefe der Figuren, wie man sie in der Form selten findet. Die Zuschauer leiden, lachen und seufzen mit den Figuren, die teilweise mit dramatischer Komik das schwere Thema immer wieder auflockern, ohne ihm seine Bedrohlichkeit zu nehmen. Authentische Patienten, die ihre Gedanken in musikalisch untermalten Zwischensequenzen mit dem Publikum teilen, eine zunächst sympathische Ärztin, die eigene Methoden verfolgt. Auch das von allen fünf Patienten acapella vorgetragene „Help“ der Beatles kommt unerwartet und mit Gänsehautgarantie. (Walsroder Nachrichten)